Diesem Monat splitte ich meinen Playlist-Beitrag. Ganz einfach deshalb, weil er riesig ist und ich den Musikteil bereits fertig habe; der Filmteil braucht jedoch noch ein wenig Aufmerksamkeit. Hier bekommt ihr also schon mal meine handverlesenen musikalischen Goodies für diesen Monat. Enjoy!

Iotunn – Access all Worlds

Mal wieder was Gutes aus der Black Metal Schublade. Gut, man kann darüber streiten, ob Iotunn jetzt wirklich Black Metal machen, aber ich nehme das nicht so genau. Access All Worlds ist ein gut gemachtes Album, das stilistisch zwischen Dimmu Borgir, Vintersorg und Borknagar klemmt. Wer solche Sachen mag, dem sei dieses Album sehr ans Herz gelegt.

Memoriam – To The End

Memoriam wurden  ursprünglich als Bolt Thrower Tribute-Band gegründet, erreichten aber nie den Hype und die Qualität des Originals. Und das, obwohl mit Karl Willets deren einstiger Frontmann mit an Bord ist. Dank persönlicher Schwierigkeiten nach der Bandgründung, mittelmäßigem Songwriting und grottigem Mixing & Mastering fristeten die bisherigen Alben von Memoriam immer in ein Schattendasein. Bis jetzt! To The End klingt nicht nur endlich erträglich, sondern beinhaltet auch neun tight geschriebene Banger, die qualitativ sehr nah an die alten Götter herankommen. Ob Memoriam je den Status von Bolt Thrower erreichen können, ist fraglich; aber dieses Album ist definitiv ein großer Schritt in die richtige Richtung!

Erra – Erra

Da ist sie wieder, die New Wave of Australian Metalcore. Die Riffgötter Erra gehören zweifelsohne zu den Vorreitern dieser Welle, auch wenn sie stets mit durchwachsenem Songwriting, mieser Produktion oder manchmal sogar beidem zu kämpfen hatten. Das selbstbetitelte Album bringt aber endlich alles auf den Punkt. Auf die Frage, wie viele geile Riffs sie in einen Song packen können, antworten Erra mit „Ja“ und liefern hier ein Brett nach dem anderen ab. Auch auf diesem Album bleibt das Niveau nicht gleichbleibend hoch, dennoch stets weit über dem Durchschnitt. Erra ist ein Statement-Piece, das man als Genrefan gehört haben muss.

DVNE – Etemen Ænka

Diese schottische Band spielt einen spannenden Genremix, der abwechselnd mal ein bisschen nach Alcest, Cult of Luna oder sogar The Ocean klingt. Das ist eine vollmundige Behauptung, aber dieses Produkt wird meinem Qualitätsversprechen wie immer gerecht. Etemen Ænka ist eine einstündige Klangreise mit ausschweifenden Interludes und epischen Songstrukturen. Wie schon bei den eingangs erwähnten Vorbildern muss man sich für diese Musik Zeit nehmen, wird dafür aber ordentlich belohnt. DVNE ist eine Band, die ich ab jetzt im Blick behalten werde.

Rob Zombie – The Lunar Injection Kool Aid Eclipse Conspiracy

Was, den gibt’s noch? Ja, so habe ich auch reagiert, als dieses Album in meinem Feed auftauchte. Tatsache ist aber, dass der Mann sowohl als Filmemacher als auch als Musiker stets bis heute aktiv war. Ich denke mal, viele von uns haben ihn einfach aus den Augen verloren. In der Zeit, als wir zu Dragula auf der Tanzfläche die Ärsche schwangen und uns zu zehnt mit Flaschenweise billigem Fusel und Chips vor die Flimmerkiste klemmten, um Haus der 1000 Leichen zu glotzen, waren meine Freunde und ich gerade so der Pubertät entwachsen. Seitdem haben sich Haarlänge, Beziehungsfähigkeit und Musikgeschmack jedoch erheblich verändert. So blieb der Name Rob Zombie zwar eine schöne Erinnerung an alte Tage, aber kaum ein Bestandteil der aktuellen Playlist. Das wird sich bei mir ab jetzt ändern, denn Rob Zombie hat auch heute noch musikalisch einiges zu bieten. Den Industrial-Groove den wir von früher kennen, hat der Mann nicht los bekommen; das ist aber nicht wirklich etwas Schlechtes. The Lunar Injection Kool Aid Eclipse Conspiracy ist ein irrer Trip, der diesen Groove mit ordentlich Sleaze, Blues und Psychedelic verschmelzen lässt und mich äußerst positiv überrascht hat. Ich kann guten Gewissens behaupten, dass Rob Zombie auch im Jahr 2021 noch eine hervorragende und niveauvolle Untermalung zum Drogen- und Alkoholkonsum (oder auch bloß zum Autofahren) darstellt.

Devil Sold His Soul – Loss

Kennengelernt habe ich diese Band auf dem Summer Breeze 2011. Irgendwie spielte gerade nichts von Interesse, ich stand gerade vor der Zeltbühne und fragte einen random Dude, was das für eine Band sei, die jetzt hier spielen werde. Er antwortete mir, das sei so Post-Metal/Progressive Zeug und ich würde die Band mögen, sollte ich auf The Ocean stehen. Den Vergleich mit dem Musikerkollektiv aus Berlin habe ich bis heute nicht verstanden, aber mit einem hatte der Typ recht: Dass Devil Sold His Soul mir gefallen würden. Die sechs Jungs aus London steuern den Hörer durch eine melancholisch angehauchte Klanglandschaft aus Metalcore, Post-Rock und anderen progressiven Einflüssen. Müsste ich den Sound so simpel wie möglich beschreiben, würde ich sagen „kreuze Bullet For My Valentine mit Long Distance Calling„. Das klingt zwar irgendwie scheiße, aber Devil Sold His Soul verschmelzen die Genres auf hohem musikalischen Niveau und mit einem beeindruckenden Feingefühl für Atmosphäre. Das konnte nicht nur mein bekifftes Ich vor der Festivalbühne komplett in seinen Bann ziehen. Auch mit Kopfhörern beim Schreiben dieser Zeilen bin ich von dieser Musik absolut hingerissen. Loss ist wie (schon wie die drei Alben davor) ein Meisterwerk und zeigt wieder einmal, dass diese Band kein One-Hit-Wonder ist und viel mehr Beachtung verdient.

While She Sleeps – Sleeps Society

Wenn While She Sleeps ein Album herausbringen, ist das immer eines der Jahreshighlights für mich. Das Quintett aus Sheffield ist mittlerweile eine allgemein anerkannte und gemochte Größe im Metalcore-Genre, die sich ihren Ruf mit energetischem Songwriting, frischen Ideen und mitreißenden Liveshows verdient hat. Ihren Sound hat die Band schon lange gefunden und auch auf Sleeps Society gibt es für Fans nichts bahnbrechend neues zu entdecken. Und doch hat dieses Album (wie auch schon die Vorgänger) seinen ganz eigenen Sound und markante Akzente, was das musikalische Genie von While She Sleeps mal wieder eindrucksvoll unter Beweis stellt. Ganz tolles Teil!

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