Okay, mittlerweile ist es September. Aber wir alle haben gerade unglaublich viele Termine und wichtige Sachen zu erledigen, da bin auch ich keine Ausnahme.

Los geht’s also mit meinem monatlichen Playlist-Update, der Garant für regelmäßigen Qualitätscontent. Diesmal etwas länger also macht euch ne neue Flasche auf und genießt.

Musik

Orbit Culture – Nija

Eine weitere Schwedentruppe mit Synthie-Deathmetal oder wie man dieses moderne Zeug auch nennen mag. Nija ist im Großen und Ganzen ein interessantes und gelungenes Album, aber gefällt sicherlich nicht jedem. Das liegt unter anderem daran, dass das ganze noch etwas eckig klingt und eine gehörige Portion Feinschliff vermissen lässt. Dennoch fielen mir Orbit Culture mit diesem Album positiv auf, da sie einiges an guten Ideen zu haben scheinen. Interessant, aber sicher kein Pflichtprogramm.

Within Destruction – Yokai

Quirliger Japan-Style Deathcore à la Crystal Lake, aber nicht ganz so abgehoben und inkonsistent. Ob gelegentliche Synthesizer-Melodien, Blastbeats aus dem Drumcomputer, japanische Rap-Einlagen oder eine gelegentliche Portion Selbstironie… Den slowenischen Senkrechtstartern von Within Destruction ist hier jedes Mittel recht, um die Scheibe möglichst abwechslungsreich und unterhaltsam zu machen. Dabei beweisen Band und Produktion ein sehr geschicktes Händchen, denn nichts wirkt hier irgendwie aufgesetzt, übertrieben oder anstrengend. Insgesamt ein sehr raffiniert ausgetüfteltes Album, das riesigen Spaß macht und ein ganz heißer Anwärter für die Jahresbestenliste ist!

Black Crown Initiate – Violent Portraits of Doomed Escape

BCI hatte ich bereits seit ihrem ersten Album The Wreckage of Stars im Jahr 2013 regelmäßig auf dem Schirm. Die 4-Köpfige Combo aus Pennsylvania machte von Beginn an mit einem interessanten Genremix aus Black, Death und Progressive Metal auf sich aufmerksam. In die Dauerrotation haben es Black Crown Initiate aber nie geschafft, weil es dem Songwriting an Feinschliff (das ist diesen Monat wohl Leitmotiv) gefehlt hat. Auch das neue Album hat diesbezüglich noch Mängel und wirkt auf eine anstrengende Art sperrig. Dennoch macht die Band mit jedem Release große Fortschritte und das Reinhören lohnt sich für Liebhaber des/der Genres auf jeden Fall. 

Hinayana – Death of the Cosmic (EP)

Neues Futter für Insomium Fans, bzw. Liebhaber skandinavischer Metalmusik allgemein. Bloß kommen Hinayana aus fucking Texas. Richtig gelesen, aus dem Land der Rodeos und Pickup-Trucks. Aber halleluja, die Jungs haben den Stil dermaßen sicher drauf, dass der nichtsahnende Hörer sie ganz sicherlich im tiefsten Lappland vermuten würde. Qualitativ auch wirklich ansprechend, also zieht’s euch rein!

Filme

Prospect

Ab und zu darf’s auch mal Low Budget Sci-Fi sein und manchmal stößt man unter solchen Filmen auf eine richtige Perle („Moon“). Prospect ist keine wirkliche Perle, aber trotzdem ein sehr netter Film. Das Storytelling orientiert sich an klassischen Westernfilmen, mit einer überschaubaren Schauspielerriege und dem Fokus auf den Charakteren. Die Darsteller sind gut gewählt: Pedro Pascal genießt sowieso gerade Aufwind und kommt beim Publikum sehr gut an. Sophie Thatcher ist eher ein Neuling, aber sie spielt die bockige Teenagerin sehr überzeugend und kommt dabei auch noch sympathisch rüber. Die Story (Schurke tötet im Gefecht einen Typen, „adoptiert“ dann unfreiwillig dessen Tochter und findet sich in derRolle des Beschützers wieder) ist so schon hundertmal erzählt worden, aber das Sci-Fi-Setting ist eine nette Variation. Kein Meisterwerk, aber kann man sich anschauen.

Upgrade

Im Kommentarbereich eines Freundes‘ Facebookbeitrag nannte jemand diesen Film die bessere Version von Venom. Mehr kann man dazu kaum sagen. Der Plot ist nicht kompliziert: Der Hauptprotagonist Grey Trace verliert bei einem Überfall nicht nur seine Frau, sondern wird dabei auch gelähmt. Ein autistischer Mark Zuckerberg-Verschnitt bietet ihm durch Implantation eines A.I.-Chips die Möglichkeit, wieder zu gehen. Grey wittert die Chance, dadurch Rache zu nehmen, doch die A.I. des Chips, die seinen Körper komplett steuern kann, hat scheinbar auch eigene Pläne. Upgrade ist ein einfach gestrickter dystopischer Actionfilm, bietet aber ein paar interessante Story-Twists, passable Schauspieler und eine solide technische Ausführung. Gutes Popcornkino!

Games

Ich bin immer noch dabei, einiges an Pflichtgames aufzuholen. Zuletzt war Far Cry 5 an der Reihe, das mich aber gar nicht überzeugt hat. Es kommt weder dramaturgisch noch spielerisch an Teil 3 und 4 heran. Für den Publisher Ubisoft ist es sicherlich rentabel, für alle Franchises dasselbe Open-World-Grundgerüst zu verwenden, dadurch werden die einzelnen Spiele aber austauschbar und öde. Egal ob Far Cry, Assassin’s Creed, Watch Dogs oder Ghost Recon; die letzten Games dieser Reihen spielten sich alle ziemlich ähnlich, benutzten die gleichen Assets, Icons, K.I.… Quasi immer dasselbe Spiel mit einem anderen Skin darüber gestülpt. Über die dämlichen In-Game-Stores will ich gar nicht erst sprechen. Ich hoffe, dass die Gamingindustrie diesbezüglich bald zu Sinnen kommt, denn die Spielergemeinde hat allmählich die Schnauze voll. Kommen wir nun aber zum Wesentlichen:

Quantum Break

Remedy, die Entwickler von Quantum Break, sind vielen vielleicht noch durch die Max Payne Spiele im Gedächtnis. Dieses Entwicklerstudio blieb seiner Formel bis zuletzt mit Control treu: Einfach gestrickte Games, die nicht mit Spieltiefe, dafür aber mit packendem Storytelling überzeugen. Quantum Break ist ein innovativer 50/50-Mix aus Spielfilm und Videospiel, der eine spannende Zeitreise-Geschichte erzählt. Diese verläuft je nach Entscheidungen des Spielers anders und bietet entsprechend unterschiedliche Enden. Fans von Filmen wie Source Code, Looper und Déjà-vu sollten hier hellhörig werden. Um eins vorweg zu nehmen: Die Spielanteile sind relativ flach und die Realfilm-Episoden sind nicht auf Hollywood-Niveau. Der Spieler hüpft und klettert durch relativ lineare Level und liefert sich immer mal wieder relativ simple Schussgefechte mit dummen K.I.-Gegnern (die aber immer noch schlauer sind als Ubisofts universal-K.I.). Aufgelockert wird das ganze immerhin mit imposanten Spezialeffekten und -Fähigkeiten… Dinge, die nach einem Zeitreiseunfall halt so auftreten. So kann man Gegner in einer Zeitblase fangen, Kugeln um sich herum verlangsamen oder muss an festgelegten Punkten im Spiel die Zeit zurückdrehen, um Hindernisse zu passieren. Das sind allesamt sehr simple Mechaniken, die aber visuell sehr beeindruckend in Szene gesetzt sind. Und da wir gerade von Szenen sprechen: Die Realfilm-Episoden sind auch sehr gut umgesetzt. Die Schauspieler sind kompetent (ein paar bekannte Gesichter sind dabei) und die handwerkliche Umsetzung ist auch gut. Nicht Hollywood-Blockbuster-Niveau, aber trotzdem noch besser als die meisten DC-Comics-Serien. Insgesamt ist Quantum Break ein cooles Game für Gelegenheitsspieler, die eine interessante Story erleben möchten, ohne großartig spielerisches Geschick oder zeitfressenden Grind reinstecken zu müssen. Popcorngaming quasi.

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