Verarbeitung & Design

Bowers & Wilkins ist dafür bekannt, bei Materialauswahl und Verarbeitung nicht zu sparen. Dieses Konzept wird auch beim PX verfolgt. Das Äußere des Kopfhörers wird von Leder, Metall und den Zierelementen aus ballistischem Nylon dominiert. Das sieht man in dieser Preisklasse sonst selten und hebt den PX beim Anfassen schon von den Konkurrenten ab. Die Ohrpolster aus Leder sind magnetisch befestigt und lassen sich somit austauschen, vorbildlich! Die Bedienelemente sind einfach zu erreichen und haben knackige Druckpunkte, nur der Anschalt-Schiebeknopf ist etwas hakelig.

Bedienung, Komfort, Isolation

Damit kommen wir zur Bedienung: Kinderleicht. Gearbeitet wird mit 5 Knöpfen, deren Bedienung fast schon intuitiv funktioniert. Dazu kommt noch die Smartphone-App, die praktisch verpflichtend ist, da nur hier das Noise Cancelling fein abgestimmt und die Sensoren ein-/ausgeschaltet werden können. Das ist aber nicht schlimm, da die App mittlerweile sehr gut funktioniert und sich zuverlässig mit dem PX verbindet. Die Tragesensoren, die die Musik pausieren, wenn man den Kopfhörer absetzt, funktionieren mit der neusten Firmware und der unempfindlichsten Einstellung bei mir auch sehr gut und zuverlässig.

Nun zum Komfort, welcher ein Streitpunkt ist. Leute mit großen Köpfen sollten das Ding auf jeden Fall vorher ausprobieren. Der Anpressdruck ist recht hoch und die Lederpolster brauchen eine Weile, um geschmeidig zu werden. Das ist meiner Meinung nach aber in Ordnung. Raw Denim Jeans oder Rahmengenähte Lederschuhe sind auch nicht von der ersten Sekunde an geschmeidig und bequem, sondern wollen eingetragen werden, wie auch diese Kopfhörer. Wer den Kopfhörer länger als drei Stunden am Stück trägt, wird jedoch auf jeden Fall einen Druckpunkt auf dem Kopf spüren. Das Kopfband hätte deutlich mehr Polsterung vertragen.

Sound

Das eigentliche Highlight der B&W PX ist deren Klangqualität. Die Signatur würde ich als leicht warm, aber überraschend nah an Referenz bezeichnen. Der Tiefton ist leicht angehoben, aber durchaus stramm und kontrolliert. Das kennt man von Bluetooth Kopfhörern bisher nicht! Die Mitten klingen voll und angenehm, Stimmen und Saiteninstrumente haben ein gutes Volumen und durch ein paar geschickte Anhebungen im Präsenzbereich ergibt sich ein sehr klares und transparentes Klangbild, das jedoch nie künstlich oder steril wirkt. Auch die Abstimmung des Hochtons ist den Briten gelungen: Leicht angehoben, aber ohne störende Peaks oder Verfärbungen. Dabei sehr plastisch, detailliert und doch kontrolliert. Auch das ist bei Bluetooth Kopfhörern eher die Ausnahme! Besonders die Konkurrenz von Bose klingt im Vergleich sehr künstlich und leblos. Die Räumlichkeit und Instrumentenseparation sind das eigentlich beeindruckende am B&W PX. Da kann die Bluetooth-Konkurrenz ausnahmslos einpacken.

Verbindung

Das beste Klangerlebnis erreicht man durch eine Bluetooth aptX HD Verbindung. Leider unterstützen nicht alle Smartphones dieses Codec. Die normale Bluetooth Verbindung ist freilich schon sehr gut. Mit einer aptX HD Verbindung wird hier aber definitiv HiFi-Niveau erreicht, sehr beeindruckend.

Wer keine Bluetooth-Verbindung zur Verfügung hat oder haben darf, kann den PX auch über 3,5 mm Klinke oder USB(!) mit seinem Quellgerät verbinden. Aufgrund des eingebauten Verstärkers des Kopfhörers ist die Klinkenverbindung allerdings recht rauschanfällig und eher als Notlösung zu verstehen. Die Verbindung über USB ist da deutlich besser und gerade für Laptop-Benutzer interessant, die kein topaktuelles Modell benutzen.

Noise Cancelling

Das Noise Cancelling lässt sich in drei Stufen einstellen. Büro (gering), Stadt (mittel), Flugzeug (stark). Interessant ist dabei die einstellbare Pass-Through-Funktion, die den Träger bei Bedarf die Außenwelt, also Gespräche, Hupen, Klingeln usw. wahrnehmen lässt. Während der Klang bei der „Büro“ Einstellung sich kaum verändert, haben die beiden höchsten NC-Einstellungen schon deutlichen Einfluss auf den Klang. Der PX klingt hier deutlich komprimierter und weniger räumlich. Das Noise Cancelling ist nun mal eher ein Kompromiss und sollte auch nur zum Einsatz kommen, wenn normaler Musikgenuss aufgrund extremen Lärms nicht mehr möglich ist. Also z.B. im Flugzeug oder an einer Londoner Hauptstraße. In diesen Fällen schlägt sich der PX aber trotz Klangeinbußen im Vergleich zur Konkurrenz sehr gut. Für den Normalbetrieb in einer durchschnittlichen deutschen Großstadt reicht die passive Abschirmung, also ohne Active Noise Cancelling, völlig aus. Nur im Bus o.ä. schalte ich dann mal den Büromodus ein, um das tiefste Brummen herauszufiltern.

Fazit

Mit den PX haben Bowers & Wilkins alle Erwartungen übertroffen. Sie spielen preislich in derselben Liga wie Sony und Bose, übertrumpfen diese aber dabei deutlich durch die Verarbeitungsqualität, hochwertige Materialien und schiere Klangqualität. Nur der Tragekomfort hinkt den beiden Konkurrenten deutlich hinterher. Wer nach bestmöglicher Klangqualität bei einem kabellosen Kopfhörer sucht, wird hier fündig. Wer den Kopfhörer wirklich lange am Stück auf seinem Schädel tragen möchte (länger als 3 Stunden), sollte sich jedoch evtl. bei Sony umschauen!

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