Es ist Winter, die Sonne scheint nicht, alle sind depressiv und haben den Hautton eines Axolotl.

Du, mitte Februar.

Was kann man dagegen tun? Die Pro-Variante, für alle, die gerade die Kohle übrig haben, wäre ins nächste Flugzeug zu steigen und sich den Arsch an einem sonnigen Strand zu grillen und dabei Mojitos zu schlürfen. Oder aber man schwingt seinen Allerwertesten ins Solarium. Und da fängt die große Kontroverse an. Wann immer ich das einer Person vorschlage, stoße ich auf verzerrte Gesichter und ewiges Gejammer, wie ungesund oder weird das ganze sei. Als hätte ich gerade vorgeschlagen, das Taschengeld durch die Teilnahme an schlecht gefilmten Bukkake-Pornos aufzubessern. Hier nehme ich mal die beliebtesten Kontra-Argumente auseinander:

Aber von Solarium bekommt man doch Krebs!

Weißt du, von was man auch Krebs bekommt? Von deinem Gelaber. Und von Vitamin D-Mangel. Falls du die Schule nur zum Drogen (ver)kaufen und schlafen genutzt hast: Vitamin D wird in der Haut unter Einwirkung von Sonnenstrahlen produziert. Dieses Vitamin dient unter anderem dem Knochenaufbau und -erhalt sowie einem funktionierenden Hormonstoffwechsel. Ein Mangel an Vitamin D kann schon seit langem nicht nur mit schweren (Krebs-)Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, sondern auch mit Depressionen und einer erhöhten Selbstmordrate.

Natürlich birgt künstliche UV-Bestrahlung ein gewisses Krebsrisiko, vor allem wenn man sich regelmäßig und oft in den Bräunungssalon begibt. Außer Frage steht jedoch, dass man bei regelmäßigen Spaziergängen im Sommer mehr UV Strahlung ausgesetzt ist, als wenn man alle zwei Wochen 10 Minuten in der Sonnenbank verschnarcht. Diese Frequenz reicht schon völlig aus, um den Vitamin D-Spiegel hoch zu halten.

https://www.webmd.com/cancer/news/20111004/low-vitamin-d-levels-linked-to-advanced-cancers#1

https://msutoday.msu.edu/news/2014/low-vitamin-d-may-play-role-in-suicide-attempts/

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/803626/solarium-alle-zwei-wochen-fuellt-vitamin-d-akkus.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5821157/

Solarium verwandelt dich in einen Schrumpligen Toast!

Richtig. Wenn du jeden verfickten Tag dort verbringst, weil du nichts zu tun hast und das Kaffeekränzchen mit den Angestellten dort deine Rechtfertigung für den Verbrauch einer Schachtel Marlboro am Tag ist. Wie schon erwähnt, ein mal alle zwei Wochen ist völlig ausreichend. In der Zwischenzeit machst du wahrscheinlich jede Menge anderen Scheiß, der deine Haut vorzeitig altern lässt. Zum Beispiel Trinken, Rauchen und beschissene Pflegeprodukte benutzen.

Richtig gelesen. Tagescremes, Feuchtigkeitsspender, Anti-Aging-Produkte und sogar verfickte Sonnencreme beinhalten krebserregende und giftige Substanzen ohne Ende, aber dennoch schmieren sich die meisten Leute das bereitwillig ohne nachzudenken täglich auf die Haut. Bevor du dich also wegen ein paar Minuten UV-Strahlung einnässt, solltest du dir vielleicht über ein paar andere Gewohnheiten Gedanken machen.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28340478

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21059369

https://medium.com/@cosmethics/everything-you-need-to-know-about-peg-family-2176b788e378

Das geht doch ins Geld!

Nachdem du den letzten Absatz gelesen hast, solltest du eigentlich jede Menge Kohle übrig haben. Ein mal 10 Minuten Solarium kosten normalerweise unter 10€. Für einen Monatsvorrat Tagescreme oder Zigaretten zahlst du mindestens genauso viel. Also hör auf, dich zum Finanzgenie aufzuspielen.

Hilft der Solariumgang dabei, Sonnenbrand im Sommer vorzubeugen?

In begrenztem Maße ja. Die aktuelle Studienlage sagt zwar das Gegenteil; aber die haben offenbar britische Urlauber untersucht, die sich mit ihrer Solarium“bräune“ für unverwundbar hielten und darauf verzichteten, sich vor ihrem zwölfstündigen Saufgelage am Strand einzucremen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich weniger schnell Sonnenbrand bekomme, wenn ich mit einer gewissen „Grundbräune“ in den Sommer starte. Sonnenschutz bleibt aber dennoch ein absolutes Muss.

https://www.telegraph.co.uk/travel/news/base-tan-pre-tanning-sun-protection-sunburn/

Okay du Drecksack, du hast mich überzeugt. Was muss ich jetzt noch beachten?

Wichtig ist, dass du nicht in ein versifftes Münzsolarium gehst, das wahrscheinlich seit drei Wochen nicht mehr gereinigt und zwischenzeitlich als Fixerstube verwendet wurde. Es sollte auf jeden Fall eine Mitarbeiterin anwesend sein, die dich auf Grund deines Hauttyps einem Gerät (es gibt unterschiedlich starke) zuweist und dich generell berät. Bei dieser Gelegenheit checkst du auch ab, ob die Solarien überhaupt UV-B-Strahlung emittieren. Viele Geräte filtern diese raus, aber die Vitamin D-Synthese wird nur durch UV-B-Strahlung angeregt. Als nächstes fragst du nach einer Schutzbrille, denn deine Augen sind scheiße empfindlich jeder UV-Strahlung gegenüber, auch wenn sie geschlossen sind.

keine Schutzbrille benutzt

Und das wars auch schon. Leg dich rein und entspann dich. Meiner Meinung nach gibt es während der kalten Jahreszeit wenig entspannenderes als diese entkoppelten 10 Minuten, nach denen man gut gelaunt und ordentlich aufgewärmt in die Realität zurückkehrt.

Happy toasting!

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