Das Jahr 2025 war generell ein sehr gutes für Musikfans, was ich auch in meinem letzten Blog-Post schon erwähnt hatte. In diesem, wie auch den meisten auf dieser Seite, geht es aber hauptsächlich um Metal, was dem Musikjahr aber keinesfalls in irgendeiner Weise gerecht wird. Außerdem schaue, bzw. höre ich auch sehr gerne mal über den Tellerrand. Mein jahrelanges Single-Dasein hat mich einfach auch zu dem Schluss gebracht, dass polnischer Black Metal nicht immer die beste Musikuntermalung für ein erstes Date ist. Auch sonst weiß ich Musik anderer Genres ab und zu mal zu schätzen und habe somit 2025 auch ein paar echte Schätze weit abseits metallischen Geballers gefunden. Ich präsentiere euch: Meine persönliche Best-Of-2025 Non-Metal Edition™ Liste.

Wisp – If Not Winter

Wisp ist wieder so eine Künstlerin, die hauptsächlich durch Social-Media-Algorithmen bekannt geworden ist, so auch mir. Man kann von solchen Sachen (die auch oft durch die Plattenindustrie „gepflanzt“ werden) halten, was man will; eines kann jedoch niemand abstreiten: Wisp macht wunderschöne Musik. Ein bisschen verträumt, romantisch, teils melancholisch und mit ganz ganz viel Gefühl baut Wisp keine eine umschmeichelnde Klanglandschaft um euch herum, die sich ein bisschen so anfühlt wie sinnliches Flüstern in eurem Ohr. Wenn es einen perfekten Soundtrack für einen nächtlichen Spaziergang oder verträumtes aus-dem-Fenster-schauen gibt, ist es wohl dieses Album. Ich hatte mich bis zuletzt seit Ewigkeiten nicht mehr mit dem Shoegaze-Genre beschäftigt, aber Wisp hat mich wieder ein bisschen damit angesteckt. Mit großer Freude habe ich dadurch erfahren, dass das Genre in den letzten Jahren wieder etwas Fahrt aufgenommen hat und auch viele sehr junge Fans dadurch wieder für sich begeistern kann. Wer gerne mal etwas ruhiges und verträumtes hört, hat also wieder einiges zu entdecken und If Not Winter ist ein gutes Album, um in dieses Genre einzusteigen. Eine meiner Top-Empfehlungen des Jahres!

Coheed And Cambria – The Father Of Make Believe

Über 20 Jahre lang nur Konzeptalben zu einer selbst entworfenen Comicreihe zu schreiben ist schon etwas, das man eine außergewöhnliche Leistung nennen kann. Seit fast 30 Jahren begeistert die Progressive Rock/Metal Band aus New York Comic- und Musiknerds und präsentierte sich auch im Jahr 2025 so stark wie eh und je. Wie schon die meisten Alben dieser Band bisher ist The Father Of Make Believe ist kein Snack für zwischendurch, sondern aufwändig komponiertes Gesamtwerk, das man am besten bewusst genießt. Natürlich ließen Coheed an Cambria es sich noch nie nehmen, ein bis zwei absolute Ohrwurm-Raketen pro Album zu zünden. Auf The Father of Make Believe sind diesmal mindestens ein halbes Dutzend solche Kracher dabei, die ich außerdem zu den besten der Band bisher zählen würde. Das Album oder gar die Band auf solch eingängige Momente zu reduzieren würde C&Cs musikalischem Talent jedoch nicht gerecht werden. Man merkt Claudio Sanchez und seinen Mitstreitern zu jeder Note an, dass sie hier was zu erzählen haben und wer möchte, kann hier ein eine faszinierende Story eintauchen, die es echt in sich hat. Über eine Spielzeit von fast einer Stunde wird hier außerdem von Moshpit-Kracher bis Schmalzballade alles geboten, was das Genre hergibt, langweilig wird diese Scheibe deshalb so oder so nicht.

Übrigens sind Coheed and Cambria nach wie vor eine der besten Livebands überhaupt. Selbst wer keine Lust auf den ganzen Nerdy Shit mit der Hintergrundstory hat, kann dieser Bühnenpräsenz nicht widerstehen.

Glare – Sunset Funeral

Ein Roadtrip in den Sonnenuntergang, ein Picknick über den Dächern der Stadt, ein Lagerfeuer am Strand… alles Situationen, in denen ich 300 BPM Deathcore-Geballer hören würde. Für alle anderen Menschen empfehle ich, sich mal Glare anzuhören. Schöner Old-School Shoegaze, der mich klanglich an Klassiker wie Filter, The Verve, Smashing Pumpkins oder auch so manchen Deftones Song erinnert. Das Trio aus Texas hat dabei den klassischen Schlagzeug- und Gitarrensound voll auf den Kopf getroffen und brilliert dabei auch atmosphärisch-entspanntem Songwriting, dass einen automatisch tiefer in den Sitz sinken lässt. Ob Glare bei mir einfach nur Nostalgie wecken oder die Vibes wirklich so toll herüberbringen, kann ich nicht hundertprozentig unbefangen sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass Fans der eben genannten Bands hier auf jeden Fall einen sehr schönen musikalische Snack vorfinden. Ich kenne mich im Shoegaze-Genre jetzt nicht wirklich aus und Sunset Funeral ist sicher kein richtungsweisendes Meisterwerk. Aber manchmal ist ein entspannter Soundtrack zum auf der Couch chillen für mich genug, um auch mal eine Empfehlung zu schreiben. Gönnen Sie sich!

Pendulum – Inertia

Nach 14 (vierzehn) Jahren Sendepause wieder ein Pendulum-Album zu hören hat sich komplett surreal für mich angefühlt. Das liegt auch an einer ordentlichen Portion Nostalgie; denn Pendulum waren in meiner Bubble jahrelang fester Bestandteil jeder Party- und Festival-Playlist. Das ist insbesondere auch bemerkenswert, weil meine Bubble zum Großteil aus Metalheads besteht. Drum & Bass ist in der Regel nicht ein Genre, das super viel Überschneidung mit Metal hat, wenn man mal von einem sehr umstrittenen KoRn-Album absieht. Dennoch sind Pendulum vor allem unter Rock & Metal Fans sehr beliebt, was dem harten und rifflastigen Songwriting als auch den extrem spaßigen Live-Performances zu schulden ist. Auf Immersion (2011) gabs mit Steven Wilson und In Flames dann auch zwei sehr geile Features mit bekannten Namen aus dem Metal-Genre zu hören und 2025 gab es endlich wieder mehr von dem guten Zeug. Diesmal waren Bullet for My Valentine und Wargasm dabei, aber natürlich sind das nicht die einzigen Höhepunkte des Albums. Inertia ist voll fetziger Ohrwürmer und treibender Beats, die sofort Bock auf Tanzfläche/Moshpit machen. Dafür, dass ich mich mal kurz wieder wie mit Mitte zwanzig fühlen durfte, hat sich diese Platte schon einen Platz auf der Liste verdient, aber auch sonst ist das Teil echt gut gelungen. Ich hoffe nur, dass wir nicht nochmal 15 Jahre auf so einen Banger warten müssen, denn es wird wirklich schwierig werden, ein Moshpit im Altenheim aufzumachen (ich werds natürlich trotzdem probieren).

Nine Inch Nails – TRON: Ares (Original Motion Picture Soundtrack)

Ich sage ja immer, dass Nine Inch Nails der Soundtrack zu meinem Leben sind. Keine andere Band und kein anderer Künstler haben bei mir so viel Wiedergabezeit oder waren so kurz davor, ihr Logo auf meinem Körper tätowiert zu haben. Entsprechend gehyped war ich, als ich die Neuigkeit vernommen hatte, NIN würde den Soundtrack zum neuen TRON-Film stellen. Wie alle anderen Filme dieser Reihe war auch dieser kompletter Bockmist, aber dennoch scheinen diese Filmprojekte immer zu sehr guten Soundtracks zu inspirieren. Trent Reznor hat diesmal aber nicht einfach nur einen schönen Hintergrund-Score oder so produziert; TRON: Ares ist ein ausgewachsenes, vollwertiges Nine Inch Nails album, das in Sachen Atmosphäre und Songwriting sogar zu den stärkeren Werken Reznors in letzter Zeit zählt. Angesichts wie scheiße und unnötig der Film war, sollte man das Album meiner Meinung nach aber umbenennen und zur regulären NIN-Diskografie hinzufügen. Oder den Film einfach eine Stunde kürzen und als Musikvideo für das Album vermarkten. Für mich ist der TRON: Ares Soundtrack jedenfalls eines der musikalischen Highlight des Jahres 2025 gewesen und bleibt trotz dem Films hoffentlich vielen so in Erinnerung.

Messa – The Spin

Ein Album, das auch fast auf meiner Metal-Liste hätte landen können, ist „The Spin“ von der italienischen Doom-Legende Messa. Da Doom aber streng genommen kein Metal ist, landet das Album hier. Messa hatten 2016 mit ihrer Erstveröffentlichung Belfry quasi aus dem nichts mal kurz eines der besten Doom Alben aller Zeiten veröffentlicht und haben seitdem Legendenstatus. Auch fast 10 Jahre später hat sich an diesem Status nichts geändert auch auch die neuste Veröffentlichung der Band ist wieder ein absoluter Banger geworden. Die Kombination aus genretypischen fuzzy Gitarrensound und Sara B.s glockenklaren Gesang, der so ein bisschen an Florence and the Machine erinnert, und perfekt fließendes Songwriting begeistert auch Genre-Fremdlinge wie mich innerhalb von Minuten. Wie schon die vorangegangenen Werke geht The Spin gut ins Ohr, ohne dabei musikalisches Niveau einzubüßen und weck bei manchem sicherlich auch wieder die Neugier, das Genre (neu) zu erkunden. Ein großartiges Stück Musik, das ich wirklich jeder Person, die mein Blog regelmäßig liest, uneingeschränkt ans Herz legen kann!

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