Die häufigste Todesursache in der zivilisierten Welt sind Herzkreislauferkrankungen. Das ist seit langer Zeit so und das wird sich lange Zeit auch nicht ändern. Einer der Hauptrisikofaktoren für diese Erkrankungen, und das ist auch schon lange bekannt, ist Übergewicht. Ein zunehmend sitzender Lebensstil, mit verursacht durch die Modernisierung und Digitalisierung vieler Arbeitsplätze, sowie die schnelle und günstige Verfügbarkeit kalorienreicher Nahrungsmittel haben Übergewicht in vielen Ländern zu einer Volkskrankheit gemacht.

Für diese Volkskrankheit gibt es jedoch effiziente Behandlungsmethoden, von denen die effizienteste wohl Bewegung, bzw. Sport darstellt. Auch als Prophylaxe ist Sport effektiv, und das nicht nur in Sachen Körperzusammensetzung. Wer regelmäßig und richtig trainiert, beugt Gelenkbeschwerden vor, verbessert seinen Gemütszustand und Hormonhaushalt, senkt das Krebsrisiko, erhöht die Knochendichte und mildert den Verlauf von Infektionskrankheiten.

Und damit wären wir schon beim großen Dilemma unseres Gesundheitssystems und der Politik. Die moderne Medizin hat im Laufe ihrer Evolution und Kommerzialisierung einen wichtigen Aspekt verloren: Prophylaxe.

Einer der wichtigsten Aspekte der Medizin war jahrtausendelang die Hygiene. Dabei ging es nicht etwa nur ums Händewaschen oder Flächendesinfektion.

Zitat Wikipedia:

Hygiene ist zum einen die Lehre von der Gesunderhaltung des Einzelnen und der Allgemeinheit und zum anderen die Gesamtheit der Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens sowie zur Vermeidung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Epidemien.

Römer, damit beschäftigt, nicht frühzeitig zu sterben.

Während Medizin sich früher also viel mit der Vermeidung des Krankwerdens befasst hat, versucht die moderne Medizin, dem ewigen Druck von Budgets, Gewinnmargen und Fallpauschalen mit lukrativen Behandlungen standzuhalten. Und das überträgt sich auch auf die politischen Entscheidungen im letzten Jahr. Die Regierung hat viel Geld in Impfstoffe, Schutzausrüstung und in die Rettung der Lufthansa gesteckt. Aber dabei geht es nie um die Gesundheit der Menschen, auch wenn es euch anders verkauft wird.

Das merken die Leute letztlich auch mehr oder weniger bewusst und viele fragen „was kann ich für mich tun, um nicht nur die Ansteckung zu vermeiden, sondern im Fall der Fälle widerstandsfähig genug zu sein, um die Krankheit gut zu überstehen?“. Dabei kommt leider viel esoterischer Scheiß raus, der den Leuten nicht weiterhilft. Und auch vernünftige, wissenschaftlich begründete Ansätze, wie die Aufrechterhaltung eines gesunden Vitamin-D-Status werden von zahlreichen Medizinern gerne vom Tisch gefegt, ohne irgendwelche Alternativen zu bieten.

Ersetzt sicherlich keinen Hausarzt!!

Offensichtlich ist auch, dass die Lockdown-Situation vielen Menschen an die Psyche geht, besonders wenn die eigene Existenz auf dem Spiel steht. Doch außer widerwillig gezahlten Hilfen sehe ich nirgends die Bemühung, den Menschen zu helfen. Ab und zu mal ein Plakat oder ein Werbespot, der uns sagt, wo und wie wir uns z. B. psychologische Hilfe holen können, wenn es uns nicht gut geht, wäre mal ein richtiger Schritt.

Auch soziale bzw. präventive Einrichtungen, z. B. Suchthilfen oder Jugendarbeit hatten gerade während der ersten Lockdowns mit vielen neuen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es wäre naiv anzunehmen, dass das alles keine Auswirkungen oder einen Preis habe.

Und wenn wir schon von Sucht reden: Ich persönlich trinke seit geraumer Zeit härter als Uwe von der Bahnhofskneipe und das wird vielen nicht anders gehen. Auch das wird sich in ein paar Jahren bei manchen Leuten auswirken.

Und eben die mangelnde Bewegung. Selbstverständlich versuchen die sportlichen unter uns, das irgendwie mit Homeworkouts und Joggen auszugleichen. Aber nicht jedem von uns liegt das Joggen (meinen Knien vor allem nicht) und es ist einfach nicht dasselbe! Stell dir vor, du würdest den Fußball gesetzlich verbieten und als Entschuldigung vorbringen, man könne seine Aufmerksamkeit stattdessen ja dem Tischtennis widmen!

Und ja, seit wieder fast einem halben Jahr ist Sport in vielen Formen gesetzlich verboten. Und das ohne irgendeine Form von Konzept, um die Nachwuchsförderung für den Profisport zu sichern oder es allgemein den Leuten zu ermöglichen, ihren Sport weiterzubetreiben.

Ironischerweise ist es jedoch völlig in Ordnung, mich morgens in einen völlig überfüllten Zug oder Bus zu quetschen, weil die Schulen um jeden Preis geöffnet bleiben müssen. Mein Fitnessstudio mit Abstandsgarantie, Maskenpflicht und begrenzter Besucherzahl musste aber schließen. Erklärt mir bitte einer die Logik dahinter, denn ich verstehe sie nicht, trotz medizinischer Ausbildung.

Infektionsschutz à la Bundesregierung. Bildrechte: NDR

Aber um den Kreis jetzt mal wieder zu schießen: Jeder, der sich vorgenommen hatte, körperlich mal wieder in Form zu kommen, Gewicht zu verlieren und mehr Bewegung in sein Leben zu bekommen, schaut gerade ganz schön dumm aus der Wäsche. Ich bin mir auch sehr sicher, dass zurzeit viele dieses Vorhaben wieder ganz aufgeben und/oder ihre Mitgliedschaften in Vereinen kündigen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das in Zukunft auf die Gesundheit unserer Gesellschaft auswirkt, aber in meinem Kopf zeichnet sich da ein eher düsteres Bild.

Die offizielle Antwort der Regierung bezüglich dieser Situation sieht übrigens so aus:

„Auch Sportvereine und Fitnessstudios leisten einen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Sportvereine und Fitnessstudios unterstützen mit ihren Angeboten die Bevölkerung dabei, regelmäßig und ausreichend körperlich aktiv zu sein und somit dem Risiko verschiedener physischer Erkrankungen und psychischer Beschwerden in allen Lebensphasen vorzubeugen. Diesem Ziel dienen aber auch Aktivitäten im Alltag wie Gartenarbeit, Fahrradfahren, Laufen, häufige längere Spaziergänge, etc.“

Welcher Garten Bljad?

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